Wohnen

Die Bürgerversammlung am 2. Juni stellte die aktuelle Flüchtlingssituation und die Planungen der Stadt, insbesondere zu den Themen Unterbringung und Integration, vor.

Dabei sind auch zwei Flüchtlingsfamilien und ein Geschwisterpaar, die seit 5-6 Monaten in der Stadt sind und sich aktiv um ihre Zukunft und Integration im Ort bemühen. Alle wünschen sich, nach Abschluss ihres Asylverfahrens hier bleiben zu können. Eine vierköpfige Familie aus dem Iran lebt seit Januar in der Siemensstr. Der 35-jährige Vater arbeitete in der Softwarebranche. Er flüchtete mit seiner Frau sowie den zwei- und sechsjährigen Töchtern vor den Drohungen des Mullahregimes. Da er gut Englisch spricht, stellt er sich als Dolmetscher für die iranischen und afghanischen Flüchtlinge zur Verfügung. Beinahe täglich unterstützt er bei Gängen zu Ärzten, Behörden oder Schulen. So wurde er innerhalb kürzester Zeit für Sozialarbeiterinnen sowie für den Freundeskreis Asyl zu einer wichtigen Stütze.

Ebenfalls seit Januar ist eine sechsköpfige Familie aus dem Nordirak in Gerlingen. Die vier Kinder sind zwischen sieben und zwölf  Jahre alt. Die Familie gehört der ethnischen Minderheit der Shabak an, die vom IS als Ungläubige verfolgt wird. Nach der Zerstörung ihres Hauses lebte die Familie in einem Flüchtlingslager, aus dem sie letzten Herbst erneut Hals über Kopf fliehen mussten. Das fünfte Kind, ein sieben Monate altes Baby, mussten sie bei den Großeltern zurücklassen. Die Eltern sind fleißige Schüler in ihren Deutschklassen. Sie verpassen keine Unterrichtsstunde und das, obwohl der Vater  mittlerweile Vollzeit arbeitet. Der Mechaniker und LKW-Fahrer hatte alle Gerlinger Autohäuser auf eigene Faust abgeklappert, bis er tatsächlich Arbeit bekam.

Zwei Brüder, 13 und 19 Jahre alt, leben seit Dezember in der Urbanstraße. Sie sind Jesiden aus dem Irak und ebenfalls vor dem IS geflohen, der gerade diese Gruppe brutal verfolgt. Ein weiterer Bruder lebt bereits in Reutlingen, kann sie aber nicht beherbergen. Der 13-Jährige  geht in die Vorbereitungsklasse der Realschule, wo er beim Lernen schnelle Fortschritte macht. An vielen Nachmittagen kickt er zusammen mit Gerlinger Kindern auf dem Roten Platz. Der große Bruder kümmert sich zuverlässig um den jüngeren. Er selbst besucht an vier Vormittagen den Deutschunterricht der VHS und kann sich ebenfalls schon gut auf Deutsch verständigen. Er möchte so schnell wie möglich eine Ausbildung machen und wird im Juli an einer Berufsorientierungswoche bei Bosch teilnehmen.

Darum die Frage an Sie, haben Sie vielleicht eine Wohnung an unsere Flüchtlinge zu vermieten oder kennen jemanden, der eine Wohnung hat? Übrigens: Die Mieten werden, solange die Familien noch nicht über ein ausreichendes Einkommen verfügen, direkt vom Landratsamt bezahlt. Es gelten die ortsabhängigen Mietobergrenzen gemäß SGB II. Treten Sie mit uns in Kontakt per E-Mail: info@FKAsyl.de

ERFOLGSMELDUNG: Für die zwei Brüder wurde bereits eine Wohnung angeboten uns sie sind eingezogen. Herzlichen Dank an die Vermieterin!!!